Philosophisch-Theologische Hochschule der Salesianer Don Boscos Benediktbeuern – Theologische Fakultät –
PTH Benediktbeuern
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München-Exkursion
Schweinshaxen,
Barock und Moderne

Vorsichtshalber weist der Kellner der Münchner Traditionsgaststätte den afrikanischen Gast darauf hin, daß Schweinshaxen Schweinefleisch enthalten. Man kann ja nie wissen: Vielleicht ist der junge Mann mit dem Priesterkragen ein Moslem, auf dessen Religion man Rücksicht nehmen möchte.

Exkursion
Die Benediktbeurer Gruppe vor der Mariensäule am Münchner Marienplatz


 

Die Vorsicht sollte sich allerdings als unbegründet erweisen. Pierre ist katholischer Geistlicher aus dem Kongo und steht kurz vor dem Abschluß seiner Promotion im Fach Dogmatik an der PTH Benediktbeuern.

An der Hochschule sind über 20 ausländische Studierende eingeschrieben, darunter zwei österreichische Salesianer, die das Diplom anstreben, drei afrikanische Priester und eine österreichische Don-Bosco-Schwester, die promovieren möchten, zwei chinesische Ordensschwestern und ein Schweizer Salesianer, die am Jugendpastoralinstitut den sogenannten E-Kurs belegen, und mehrere Studentinnen aus Osteuropa, die die Zusatzqualifikation Religionspädagogik (ZRP) erwerben möchten.

Am Sonntag, 21. Januar 2007, fand unter der Leitung der PTH-Auslandsbeauftragten und Dogmatikerin Prof. Dr. Margit Eckholt sowie des Kirchenhistorikers Prof. Pater Dr. Norbert Wolff SDB eine vom Deutschen Akademischen Austauschdienst geförderte München-Exkursion für ausländische Studierende statt. Insgesamt elf junge Leute aus drei Kontinenten nahmen sich trotz der bevorstehenden Prüfungen Zeit, die bayerische Metropole kennenzulernen. München wurde nicht nur deshalb als Ziel ausgesucht, weil die Stadt von Benediktbeuern aus leicht mit der Eisenbahn zu erreichen ist, sondern auch weil sie historisch und kulturell ein breites Spektrum zu bieten hat.

Zuerst besuchte die Gruppe verschiedene Kirchen, die sich am Wege zwischen Hauptbahnhof und Marienplatz befinden: Bürgersaal, St. Michael und Liebfrauendom. In der Bürgersaalkirche wurde auch kurz am Grab des von den Nazis verfolgten Jesuitenpaters Rupert Mayer gebetet. Wenige Meter weiter in der Michaelskirche fand gerade ein Gottesdienst in kroatischer Sprache statt. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, so daß ein Umhergehen nicht möglich war. Immerhin bemerkten die Studierenden auf einen Blick, daß es zwischen dieser Kirche und der Benediktbeurer Basilika St. Benedikt architektonische Parallelen gibt. Auch im Dom wurde eine Messe gefeiert. Hier beeindruckte insbesondere das Grabdenkmal Ludwigs des Bayern.

Am Marienplatz wies Pater Wolff die Exkursionsteilnehmer darauf hin, daß nicht nur aus kirchengeschichtlicher Sicht die Mariensäule viel interessanter sei als das Rathaus mit seinem Glockenspiel. Kurfürst Maximilian I. habe die Säule im Zeichen der Katholischen Reform und der Gegenreformation errichten lassen und damit Maria praktisch in den Mittelpunkt Bayerns gestellt. Nach einem bayerischen Mittagessen ging es weiter zur barocken Theatinerkirche, zu deren Besichtigung man sich nun etwas mehr Zeit nehmen konnte.

Die nahegelegene Feldherrnhalle Ziel des Hitler-Putsches von 1923 und der Hofgarten waren ebenso einen Abstecher wert wie der Wittelsbacherplatz mit dem Denkmal Maximilians I. Um den Studierenden auch einen Eindruck von der zeitgenössischen Kunst zu vermitteln, hatte Frau Eckholt einen Besuch der Pinakothek der Moderne mit ins Programm aufgenommen, wo rund zwei Stunden lang die Gelegenheit bestand, das Museum nach eigenen Interessensschwerpunkten zu durchstreifen.

Die Exkursionsteilnehmer haben nicht nur etwas über die deutsche Geschichte und Kultur gelernt. Übereinstimmung bestand in der positiven Bewertung, daß auf der Fahrt gute Gespräche unter den ausländischen Studierenden zu Stande gekommen seien und daß man einander besser kennengelernt habe. ZRP-Studentin Anna aus der Slowakei ließ in der Münchner Traditionsgaststätte noch ein »Beweisfoto« machen: »Meine Eltern glauben mir sonst nicht, daß ich eine ganze Schweinshaxe gegessen habe!«


PTH-Pressestelle / 5. Februar 2007
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