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Die mittlerweile 27. Dozentenfahrt führte das Hochschulkollegium
ins kirchliche Bildungshaus Schönenberg
bei Ellwangen.
In ihren Eröffnungsvorträgen blickten Provinzial
Pater Josef Grünner und PTH-Rektor Professor Pater Dr. Lothar
Bily auf das vergangene Studienjahr zurück und skizzierten
die Herausforderungen, vor die sich die Hochschule in den nächsten
Jahren gestellt sieht. Katholisch-Theologische Fakultäten staatlicher
Universitäten seien zum Gegenstand öffentlicher Diskussionen geworden.
Für eine nicht-staatliche Hochschule komme es darauf an, ihr eigenes
Profil zu schärfen, um in Zukunft weiterhin attraktiv zu bleiben.
Die Ergebnisse eines kürzlich stattgefundenen Hearings
mit Personalverantwortlichen der Diözesen München-Freising
und Augsburg präsentierte der Kirchenhistoriker Professor Pater
Dr. Norbert Wolff. Bei diesem
Hearing sei der Wunsch geäußert worden, in Benediktbeuern weiterhin
ein Doppelstudium der Katholischen Theologie und der Sozialen
Arbeit zu ermöglichen. Den diözesanen Personalverantwortlichen
sei die Befähigung der PTH-Absolventen zu vernetztem Denken und
zur Übernahme von Leitungsaufgaben wichtig. Außerdem legten sie
großen Wert auf Spiritualität und Praxisorientierung.
Die weiteren Beratungen der Benediktbeurer Professoren
drehten sich hauptsächlich um die »Modularisierung«,
d. h. um die Zusammenfassung einzelner Lehrveranstaltungen
zu thematischen Einheiten. Einem Beschluß der Deutschen
Bischofskonferenz vom Frühjahr 2006 zufolge soll die Struktur
des Diplomstudiengangs Katholische Theologie grundlegend verändert
werden. Insbesondere im zweiten und dritten Studienjahr soll stärker
themenorientiert – und damit interdisziplinär
– gearbeitet werden. Der Jugendpastoraltheologe
Prof. Dr. Martin Lechner
stellte seinen Kollegen dazu den Entwurf eines praktisch-theologischen
Studienmoduls vor. Im Sinne der Profilierung der PTH, so Martin
Lechner, sollten hier Schwerpunkte in den Bereichen Jugendpastoral,
Umwelt- und Schöpfungstheologie, Weltkirche und Spiritualität
gesetzt werden.
Wahrscheinlich wird es an der PTH Benediktbeuern
im Wintersemester 2007/08 zur Reform des Diplomstudiengangs kommen.
Bis dahin haben die Professoren allerdings noch einige Hausaufgaben
zu erledigen (u. a. die notwendigen Studien- und Prüfungsordnungen
zu erstellen). Am bewährten Benediktbeurer Doppelstudium möchte
man unbedingt festhalten. Hinsichtlich der Einführung von Studiengebühren
ist noch kein endgültiger Beschluß gefaßt worden.
Jedenfalls soll es nicht dazu kommen, daß Doppelstudenten
doppelte Studiengebühren zahlen. Einzelheiten werden in Gesprächen
mit der Katholischen Stiftungsfachhochschule
für Sozialwesen abgeklärt werden müssen.
Im Rahmen der Dozentenfahrt kam natürlich auch die
Kultur nicht zu kurz. Auf dem Hinweg wurden die alte Universitätsstadt
Dillingen mit der Studienkirche und dem Goldenen Saal sowie die
Benediktinerabtei Neresheim besichtigt. In Ellwangen hielt der
Künstlerpfarrer (und PTH-Ehrendoktor) Sieger
Köder eine Führung in der von ihm ausgestalteten Heilig-Geist-Kirche.
Norbert Wolff gab kurze Erläuterungen zur Geschichte Ellwangens
und stellte dabei Bezüge zu Benediktbeuern her (u. a. war
der leitende Geistliche Rat des von 1812 bis 1817 bestehenden
Ellwanger Generalvikariats ein Benediktbeurer
Klosterschüler gewesen). Auf dem Rückweg stand die frühere
Reichsstadt Ulm auf dem Programm – die
Heimat der PTH-Dogmatikerin Prof. Dr. Margit
Eckholt. Außer der Münsterkirche wurde hier das ehemalige
Benediktinerkloster Wiblingen besucht, in dem 1805 der letzte
Benediktbeurer Abt Karl Klocker starb.
PTH-Pressestelle
/ 1. August
2006
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