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Sein ursprünglicher Wunsch, Landwirtschaft zu studieren,
ließ sich nicht verwirklichen, da der jugoslawische Staat den
Grundbesitz der Salesianer enteignete und somit kein Bedarf mehr
an Mitbrüdern mit agrarwissenschaftlicher Fachausbildung bestand.
Michael Krämer wandte sich daraufhin der Theologie zu. Sein Studium
wurde allerdings bald durch eine mehrjährige Haft in kommunistischen
Gefängnissen unterbrochen. Erst 1953 durfte Michael Krämer aus
Jugoslawien nach Deutschland ausreisen. Über die damaligen Ereignisse
hat er ein Büchlein unter dem Titel: Meine Rettung aus den
Fängen des Kommunismus veröffentlicht.
Nach dem Theologiestudium in Turin empfing er am
5. August 1956 im Benediktinerkloster St. Ottilien die Priesterweihe.
Es folgte ein Spezialstudium am Päpstlichen Bibelinstitut in Rom,
wo Pater Krämer 1968 zum Doctor in re biblica promoviert wurde.
Von 1960 an bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1989 dozierte
er Neues Testament (zeitweise auch Altes Testament) an der Benediktbeurer
Salesianerhochschule.
Zu seinen Hauptforschungsgebieten gehörte das synoptische
Problem: die Frage, warum die ersten drei Evangelisten in sehr
unterschiedlicher Weise über Jesus Christus berichten. Insbesondere
kritisierte er die Zwei-Quellen-Theorie, der zufolge die Evangelisten
Matthäus und Lukas von Markus sowie von der sogenannten Logienquelle
abhängig gewesen seien. Die von Pater Krämer vorgeschlagene neue
Methode zur Lösung des synoptischen Problems wartet noch auf allgemeine
Anerkennung. Immerhin ist sie von einem renommierten Bibelwissenschaftler
wie Otto Knoch (Passau) positiv beurteilt worden.
Seit einigen Jahren engagiert sich Michael Krämer
als Sprecher für den christlichen Sender Radio Horeb. Unter der
Rubrik: Credo – der Glaube der Kirche
hielt er vielbeachtete Vorträge über Jesus, den Sohn Gottes und
Verkünder des Gottesreiches, sowie über die matthäische Kindheitsgeschichte.
In der Umgebung von Benediktbeuern ist er auch als Seelsorger
bekannt. Zeitweise wirkte er als Pfarrer in Sindelsdorf, als Kaplan
in Benediktbeuern und als Aushilfsgeistlicher in Schöffau und
Seehausen. Darüber hinaus versah er zwölf Jahre lang den pastoralen
Dienst im Kindererholungsheim Hochried bei Murnau.
Nicht unerwähnt bleiben darf der von Pater Michael
Krämer produzierte und in Insiderkreisen bekannte Kräuterbitter.
Dieser wird nicht nur als Genußmittel, sondern auch als Magentonikum
sehr geschätzt.
Die Dankmesse anläßlich
des Priesterjubiläums wird gefeiert am Samstag, 5. August
2006, um 6.30 Uhr in der Hauskapelle des Klosters Benediktbeuern.
PTH-Pressestelle
/ 31. Juli 2006
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