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zwei chinesische Ordensschwestern, die am
Jugendpastoralinstitut
den sogenannten E-Kurs belegen, und mehrere Studentinnen aus Osteuropa,
die die Zusatzqualifikation Religionspädagogik (ZRP) erwerben
möchten.
Am Samstag, 24. Juni 2006, fand unter der
Leitung der PTH-Auslandsbeauftragten und Dogmatikerin Prof. Dr.
Margit Eckholt sowie des
Kirchenhistorikers Prof. P. Dr. Norbert
Wolff SDB eine vom Deutschen Akademischen Austauschdienst
geförderte Augsburg-Exkursion für ausländische Studierende statt.
Insgesamt zehn junge Leute aus vier Kontinenten nahmen sich –
trotz der nahenden Prüfungen – Zeit, die bayerisch-schwäbische
Bischofsstadt kennenzulernen.
Augsburg wurde nicht nur deshalb als Ziel
ausgesucht, weil die Stadt von Benediktbeuern aus leicht mit der
Eisenbahn zu erreichen ist, sondern auch weil sie auf eine über
2000jährige Geschichte zurückblicken kann, weil sie kulturell
einiges zu bieten hat (etwa Bauwerke von der Gotik über die Renaissance
bis zum Barock und Rokoko) und weil sich in der ehemals paritätischen
Reichsstadt die deutsche Reformationsgeschichte gut vor Augen
führen läßt.
Zuerst besuchte die Gruppe dann auch die evangelische
St.-Anna-Kirche mit der Luther-Stiege. Hier war im Oktober 1518
der Wittenberger Reformator zu Gast, der von Kardinal Cajetan
über seine Ablaßthesen verhört wurde. In St. Anna wurde 1999 die
gemeinsame katholisch-lutherische Erklärung zur Rechtfertigungslehre
unterzeichnet. Weiter ging es zum Dom und zur bischöflichen Residenz,
wo im Jahre 1530 die »Confessio Augustana«, die heute
noch gültige lutherische Bekenntnisschrift, überreicht wurde.
Nach einer Mittagspause am Rathausplatz stand
die Fuggerei auf dem Programm, die Ȋlteste Sozialsiedlung
der Welt«, gestiftet von Jakob Fugger dem Reichen. In der
nahe gelegenen Barfüßerkirche, einer der ersten evangelischen
Kirchen Augsburgs, feierte einst der Dichter Bert Brecht seine
Konfirmation. Im Fuggerpalais an der Maximilianstraße fand seinerzeit
das Verhör Luthers durch Cajetan statt. Wenige Meter weiter befinden
sich die evangelischen Kirche St. Ulrich und die katholische Basilika
St. Ulrich und Afra. Hier, an den Gräbern der Augsburger Bistumspatrone,
endete das Besichtigungsprogramm.
Die Exkursionsteilnehmer haben nicht nur etwas
über die deutsche Geschichte und Kultur gelernt. Promovend Emmanuel
Sawadogo aus Burkina Faso fand es positiv, daß auf der Fahrt gute
Gespräche unter den ausländischen Studierenden zu Stande kamen
und man einander besser kennenlernen konnte. ZRP-Studentin Anna
Slušná aus der Slowakei zeigte sich insbesondere vom ökumenischen
Aspekt der Exkursion beeindruckt: »Daß auf so engem Raum
Katholiken und Protestanten jahrhundertelang einigermaßen friedlich
miteinander leben konnten, hat mich überrascht.«
PTH-Pressestelle
/ 27. Juni 2006
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