Philosophisch-Theologische Hochschule der Salesianer Don Boscos Benediktbeuern – Theologische Fakultät –
PTH Benediktbeuern
Rundgang  |  Aktuell  |  Studium  |  Lehrende  |  Einrichtungen  |  Forschung  |  Links  |  Impressum  |  Suche

Letzte Meldungen

Termine

Archiv 2008

Archiv 2007

Archiv 2006

Archiv 2005

»Auf jeden Fall den Anfängen wehren«
Interview mit
Matthias Bogoslawski SDB

Vor 60 Jahren – am 27. Januar 1945 – wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. An der PTH Benediktbeuern ist soeben ein Seminar zum Thema »Kirche und Nationalsozialismus« zu Ende gegangen. Unter den Teilnehmern befand sich Matthias Bogoslawski (39), der sich im Kloster Benediktbeuern auf die Diakonenweihe vorbereitet und – soweit es seine Zeit erlaubt – in der Jugendbildungsstätte Aktionszentrum mitwirkt.

Matthias Bogoslawski
 

Mit dem aus Wittenberge in Brandenburg stammenden Ordensbruder sprach Pater Norbert Wolff.

Was haben Sie über den Nationalsozialismus gelernt?
Der Nationalsozialismus hat alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens durchzogen, und es war schwer, sich als Einzelperson gegenüber einer so großen Macht zu behaupten. Andersdenkende hatten kaum Chancen.

Was hat Sie am Seminar besonders interessiert?
Besonders hat mich der Widerstand interessiert. Hervorheben möchte ich die Menschen, die es aus ihrem Glauben heraus gewagt haben, sich zu widersetzen, zum Beispiel Bischof Graf Galen, die Geschwister Scholl, Dietrich Bonhoeffer und Karl Leisner.

Hat die Kirche genug gegen den Nationalsozialismus getan?
Ich meine, daß die Kirche zuwenig geschlossen aufgetreten ist. Es gab zwar viele kirchliche Keimzellen des Widerstands, aber eben kein einheitliches Vorgehen gegenüber dem NS-Staat. Wären die Bischöfe geschlossener aufgetreten, hätten sie wahrscheinlich mehr erreichen können.

Sind auch Salesianer Don Boscos in das KZ Auschwitz eingeliefert worden?
Dort waren polnische Salesianer inhaftiert, zum Beispiel Pater Josef Kowalski, der 1942 auf grausame Weise umgebracht und 1999 seliggesprochen worden ist. Erwähnen möchte ich noch den früheren Benediktbeurer Direktor Pater Theodor Hartz, der ins KZ Dachau kam und ebenfalls 1942 starb.

Haben Sie selbst schon einmal ein Konzentrationslager besucht?
Zu DDR-Zeiten war ich einmal in Buchenwald bei Weimar, das gehörte mehr oder weniger zum Pflichtprogramm. Nach der Wende kam ich auch nach Dachau. In Auschwitz war ich allerdings noch nicht.

Sehen Sie Konsequenzen für Ihre salesianische Jugendarbeit?
Auf jeden Fall müssen wir den Anfängen von Intoleranz, Fremdenhass und Radikalismus wehren – in allen Bereichen der Jugendarbeit. Die Jugendlichen sollten auch die Schattenseiten der deutschen Geschichte vor Augen geführt bekommen, um daraus für die Zukunft zu lernen. In meinem früheren Tätigkeitsfeld in der Pfarrei in Velbert bei Essen haben wir übrigens versucht, Jugendliche aus verschiedenen Kulturen zusammenzuführen und gemeinsam mit ihnen etwas zu unternehmen.

PTH-Pressestelle / 27. Januar 2005
Email


H o m e | Studienangebot | Studienort | Leitbild | Träger | Geschichte | Virtuelle Klosterführung | Letzte Meldungen ]
Termine | Archiv 2012 | Archiv 2011 | Archiv 2010 | Archiv 2009 | Katholische Theologie | Lehrveranstaltungen ]
Immatrikulation/Ordnungen  |  Beratung/Förderung  |  Zusatzqualifikation Religionspädagogik  |  Service ]
Professoren | Honorar- und Gast-Prof. | Dozenten und Privatdoz. | Lehrbeauftragte | KSFH-Professoren ]
 [ Praxisberater | Leitung/Verwaltung | Kollegialorgane | Institute | Bibliothek | Student. Konvent/KHG ]
[  Kuratorium    |    Forschungsprojekte    |    Habilitation/Promotion    |    Benediktbeurer Studien  ]
Benediktbeurer Hochschulschriften | ISS-Texte | Publikationen der Lehrenden | Kooperationen ]
Katholisch-theolog. Fakultäten | Wissenschafts-Links | Kirchen-Links | Don-Bosco-Links ]
Benediktbeuern-Links   |   Online-Info-Anforderung   |   S u c h e   |   Sitemap ]
Haftungsausschluß | Pressestelle | Impressum | Kloster | S t a r t ]