Kommen Bachelor und Master?

PTH-Dozentenklausur im Stift Schlägl

Mit der Einführung neuer Studienabschlüsse (Bachelor und Master) haben sich die Professoren der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Salesianer Don Boscos Benediktbeuern auf ihrer diesjährigen Klausurtagung befaßt, die vom 26. bis zum 28. Juli 2004 stattfand. Die mittlerweile 25. Dozentenfahrt führte das Hochschulkollegium ins Seminarzentrum des oberösterreichischen Prämonstratenserstifts Schlägl – und damit in die Heimat des österreichischen Salesianerprovinzials Pater Dr. Franz Wöß.


Im Plenum

In ihren Eröffnungsvorträgen skizzierten der süddeutsche Provinzial Pater Josef Grünner und PTH-Rektor Professor Pater Dr. Karl Bopp die Herausforderungen, vor die sich die Hochschule in den nächsten Jahren gestellt sieht. Katholisch-Theologische Fakultäten staatlicher Universitäten seien zum Gegenstand öffentlicher Diskussionen geworden. Für eine nicht-staatliche Hochschule komme es darauf an, ihr eigenes Profil zu schärfen, um in Zukunft weiterhin attraktiv zu bleiben.

Professor Dr. Martin Lechner bot einen Rückblick auf den Leitbild- und Qualitätsentwicklungsprozeß, der mit der Klausurtagung 2001 in Nals bei Meran seinen Anfang genommen hatte. Inzwischen, so der Jugendpastoraltheologe, sei nicht nur das Hochschul-Leitbild fertiggestellt worden, sondern es habe sich auch im Bereich der internen Kommunikation einiges getan. Darüber hinaus bestehe durch die im Wintersemester 2004/05 startende »Zusatzqualifikation Soziale Praxis« die Möglichkeit, daß »Nur-Theologen« besser als bisher vom Miteinander der Benediktbeurer Bildungs- und Jugendeinrichtungen profitierten.

Um die politischen Vorgaben hinsichtlich der neuen Studienabschlüsse ging es im Referat des Kirchengeschichtlers Professor Pater Dr. Norbert Wolff. Aufgrund der Tatsache, daß der Vatikan sich im September 2003 dem sogenannten »Bologna-Prozeß« angeschlossen habe, kämen die Theologischen Fakultäten nicht an der Einführung von Bachelor und Master vorbei. Zudem gelte es nun, stärker themen- als fachorientiert zu lehren.

Einen relativ konkreten Entwurf zur Neustrukturierung des Theologiestudiums stellte die Dogmatikerin Professor Dr. Margit Eckholt ihren Kollegen vor. Bei der anschließenden Beratung in Kleingruppen wurde den Dozenten schnell klar, daß ein großes Stück Arbeit auf die Hochschule zukommen wird.


Kleingruppenarbeit

Es herrschte Einigkeit darüber, daß die neuen Abschlüsse sowohl Chancen als auch Risiken bieten, wobei man stets den kirchlichen Arbeitsmarkt im Auge behalten müsse. Wann genau die PTH Benediktbeuern die neuen Studiengänge anbieten wird, steht noch nicht fest. Ein möglicher Starttermin könnte das Wintersemester 2006/07 sein. Als kleine Hochschule kann die PTH flexibel auf die aktuellen Entwicklungen reagieren.

Im Rahmen der Dozentenfahrt kam natürlich auch die Kultur nicht zu kurz. Auf dem Hinweg wurden die niederbayerischen Asam-Kirchen in Osterhofen-Altenmarkt und Aldersbach besichtigt. Auf dem Rückweg standen das Zisterzienserstift Wilhering bei Linz, die Dreifaltigkeitskirche von Stadl-Paura und St. Wolfgang auf dem Programm. Einen Höhepunkt der Fahrt bildete zweifellos der kurze Abstecher an die tschechische Grenze – vorbei am Heimatort von Provinzial Pater Wöß, der sich als kompetenter Führer erwies und zahlreiche persönliche Eindrücke aus seiner Kindheit und Jugend schilderte.

PTH Benediktbeuern / Pressestelle / 2. August 2004
Email