»Thomas-Akademie« einmal anders

Wer hoffte, bei der »Thomas-Akademie« der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benediktbeuern etwas über die mittelalterliche Philosophie des heiligen Thomas von Aquin († 1274) zu hören, wurde enttäuscht. Wer sich dagegen darauf einlassen konnte, »Spuren des Religiösen im Kino« zu entdecken, kam voll und ganz auf seine Kosten.

Dr. Thomas Kroll, in Berlin lebender Theologe und Filmfachmann, der in Freiburg, Jerusalem, München und Bonn studiert hat, referierte am Montag, 29. März 2004, im Rahmen der alljährlichen »Thomas-Akademie« zum Thema: »Wo man Gott nicht erwartet«. Insgesamt 50 Zuhörerinnen und Zuhörer hatten sich im Hörsaal 1 der PTH eingefunden, der zum Kinosaal umfunktioniert worden war.

Religiöse Themen, so Kroll, kämen in sehr unterschiedlicher Weise im Film vor. So gebe es »quasi-liturgische Elemente«, die an Prozessionen oder Gottesdienste erinnerten. Daneben sei der Bereich »Schuld – Umkehr – Vergebung« äußerst wichtig. In zahlreichen Filmen gebe es regelrechte »säkulare Beichten«. Darüber hinaus werde der Umgang mit Trauer oder mit der Sinnfrage häufig thematisiert.

Der Referent lieferte jeweils die passenden Filmbeispiele zu seinen Thesen. Außerdem gab er Hinweise zum praktisch-pastoralen Einsatz von Filmen in der Gemeinde- und Bildungsarbeit. Zum Schluß gab es noch einen kleinen Überraschungseffekt: Auch der Film »Terminator 2« (mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle) enthält religiöse Elemente. »Vielleicht«, so Kroll mit einem Augenzwinkern, »setzen Sie diesen Film einmal in der Firmvorbereitung ein. Er ist ab 16 Jahren freigegeben«. Kennern der Materie fiel natürlich sofort ein, daß auch der momentan heftig diskutierte Film »Passion« ab 16 Jahren freigegeben ist.

PTH Benediktbeuern / Pressestelle / 12. April 2004
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