Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft wieder besetzt

Josip Gregur (51), aus Kroatien stammender Salesianerpater, Liturgiewissenschaftler und Kirchenmusiker, hat bereits von 1995 bis 1999 an der PTH Benediktbeuern unterrichtet. Nachdem er seine Habilitation im schweizerischen Fribourg abschließen konnte, ist er seit dem Sommersemester 2003 wieder an der Hochschule tätig. Im Rahmen der Visitation des Klosters Benediktbeuern überreichte Provinzial Pater Josef Grünner ihm die Ernennungsurkunde zum Professor. Ab dem 1. März 2004 wird Pater Gregur nun ganz offiziell Lehrstuhlinhaber sein. Mit ihm sprach Pater Norbert Wolff.

Frage: Pater Gregur, Sie sind zum Professor für Liturgiewissenschaft und Kirchenmusik an der Benediktbeurer Ordenshochschule ernannt worden. Was bedeutet eigentlich »Liturgie«?
Pater Gregur: Liturgie ist der Gottesdienst der Kirche oder, in der Sprache des Zweiten Vatikanums ausgedrückt: der Vollzug des Heilsmysteriums Christi an uns. Von daher kann man sagen: In der Liturgie ereignet sich Kirche an und durch uns.

F.: Welche Schwerpunkte möchten Sie als Professor setzen?
P. G.: Die Liturgiewissenschaft hat sich nach dem Konzil vor allem mit der Theorie und Praxis der Reform auseinandergesetzt. Sie hat erklären wollen, was im Gottesdienst geschieht. Mit scheint es wichtig, zu fragen wie das geschieht. Dabei geht es auch um die Bezugswissenschaften, etwa Religionswissenschaft, Humanwissenschaften, Sprachphilosophie. Die liturgische Ästhetik ist dabei ganz entscheidend. Das heißt, der Glaube soll durch die Feier, durch den Ritus erfahren werden.

F.: Welche Rolle spielt dabei die Kirchenmusik?
P. G.: Ich möchte betonen, daß die Kirchenmusik keine bloße Umrahmung des Gottesdienstes ist, sondern integrierender Bestandteil. Hier geschieht etwas ganz Wesentliches. Im liturgischen Gesang kommt zum Ausdruck, was wir glauben, wem wir glauben und wie wir glauben. Letztlich bietet uns die Kirchenmusik schon einen Vorgeschmack auf das himmlische Jerusalem. Darum soll sie auch besonders gepflegt werden.

PTH Benediktbeuern / Pressestelle / 26. Februar 2004
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