Tagung zur Ordensgeschichte

Vom 6. bis zum 8. Februar 2004 hat an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Pallottiner in Vallendar bei Koblenz eine Tagung zur Ordensgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts stattgefunden. Mehr als 30 Ordensleute, Kirchenhistoriker und Archivare befaßten sich mit dem Weg der Ordensgemeinschaften in Deutschland und anderswo seit der Säkularisation von 1803.

Die PTH Benediktbeuern war durch Prof. P. Dr. Norbert Wolff vertreten. Als weiterer Salesianer nahm der pensionierte Oberstudienrat P. Johannes Wielgoß aus Essen/Ruhr teil. Aus Vöcklabruck in Oberösterreich kam die Don-Bosco-Schwester Maria Maul, die derzeit an der Benediktbeurer Hochschule promoviert.

Der Bogen der Vorträge spannte sich von der »Indianermission in South Dakota« durch deutsche Jesuiten und Franziskanerinnen über Projekte zur Gesamtgeschichte eines Ordens bis hin zu Informationen über Archive, aktuelle Ausstellungen und Heiligsprechungen.

Auf große Resonanz stießen auch die beiden salesianischen Referate. Sr. Maria Maul stellte den Salesianerprovinzial P. Dr. Franz Xaver Niedermayer (1882-1969) vor, dessen Leben ein interessanter Spiegel der Ordensgeschichte ist. Niedermayer gehörte zu den ersten Deutschen, die in Italien bei den Salesianern studierten. Er war 1916 in Würzburg Gründungsdirektor der ältesten bestehenden Niederlassung des Ordens in Deutschland. 1922 wurde er als erster Deutscher Provinzial. Im Jahre 1930 kauften die Salesianer unter seiner Leitung das Kloster Benediktbeuern.

P. Johannes Wielgoß sprach über die »Salesianer im Dritten Reich«. Er legte eindrucksvoll dar, mit welch großer Begeisterung im Jahre 1934 die Heiligsprechung Don Boscos in Deutschland aufgenommen wurde. Der Ordensgründer wurde vielfach als »Führer« der Jugend bezeichnet – sicher auch eine versteckte Kritik an anderen »Führern« der damaligen Zeit. Während der Nazi-Herrschaft, so Wielgoß, bemühten die Ordensobern sich, »klug« zu agieren. Dadurch konnte freilich nicht verhindert werden, daß einzelne Mitbrüder ins Gefängnis oder ins KZ kamen, wie etwa der frühere Benediktbeurer Direktor P. Theodor Hartz.

PTH Benediktbeuern / Pressestelle / 13. Februar 2004
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