PTH veranstaltete Seminar zur kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit

Die Kirche hat den Auftrag, die Frohe Botschaft zu verbreiten. Das bedeutet, daß sie immer wieder an die Öffentlichkeit treten muß. Was liegt also näher, als daß Studierende der Theologie sich im Rahmen ihrer Ausbildung mit der Öffentlichkeitsarbeit befassen?

Die PTH Benediktbeuern hat im laufenden Wintersemester unter der Leitung des Kirchenhistorikers Prof. P. Dr. Norbert Wolff und der Journalistin Stephanie Geiger (Pressereferentin der Süddeutschen Provinz der Salesianer Don Boscos in München) ein Seminar zum Thema »Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in kirchlichen Berufen« veranstaltet. Insgesamt 17 Studierende nahmen an diesem nicht alltäglichen Angebot teil – für PTH-Verhältnisse eine große Zahl.

Co-Dozentin Stephanie Geiger (re.) mit den Studenten Enrico Barbiero (mi.) und Matthias Grätsch (li.)

Das zweieinhalbtägige Seminar begann mit einigen grundsätzlichen Information zur Pressegeschichte und zum Missionsauftrag der Kirche. Was nicht fehlen durfte, waren praktische Tipps: Wie soll eine Pressemitteilung aussehen? Wie das dazugehörige Foto? Was muß ich im Umgang mit Journalisten beachten? Welche Fehler sollte ich tunlichst vermeiden? Worin besteht der Unterschied zwischen Öffentlichkeitsarbeit und Werbung?

Ein Höhepunkt des Seminars war aus der Sicht der meisten Teilnehmer der Besuch einer Zeitungsredaktion. Wegen der Größe der Gruppe wurde diese aufgeteilt: Die eine Hälfte begab sich zur Süddeutschen Zeitung nach Wolfratshausen, die andere zum Tölzer Kurier nach Bad Tölz. Hier erhielten die Studierenden einen Einblick in den Redaktionsalltag. Vor allem erfuhren sie, daß man mit Journalisten »ganz normal« reden kann. Der Student Matthias Grätsch meinte nachher, daß der Redaktionsbesuch »eigentlich viel zu kurz« ausgefallen sei.

In der letzten Seminareinheit ging es stärker um die konkreten Arbeitsfelder der zukünftigen Diplom-Theologen. Hier stand etwa der »Entwurf eines Konzepts zur Öffentlichkeitsarbeit in der Pfarrgemeinde« auf dem Programm. Außerdem ging es um die »Kirche im Internet«. Unter den Teilnehmer bestand Einigkeit darüber, daß Medienkompetenz allein nicht genüge. Ebenso wichtig sei die Gesprächsfähigkeit der für das Pfarrleben Verantwortlichen. Und außerdem müsse die Öffentlichkeitsarbeit gut koordiniert werden, etwa durch einen Sachausschuß des Pfarrgemeinderats.

Die »Seminarkritik« durch die Teilnehmer fiel recht positiv aus. Natürlich gab es auch Verbesserungsvorschläge. Der eine oder andere Teilnehmer hätte sich gewünscht, einzelne Themen intensiver zu behandeln. Des weiteren kam die Frage auf, warum der Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der üblichen theologischen Ausbildung kein größerer Stellenwert zukomme. Und schließlich erzählte eine Teilnehmerin, daß sie die Absicht hege, nach dem Ende ihres Studiums Journalistin zu werden.

PTH Benediktbeuern / Pressestelle / 15. Januar 2004
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